Die Geschichte der transkutanen Sauerstoffpartialdruckmessung

Erste Sauerstoffpartialdruckmessungen erfolgten vor ca. 60-70 Jahren mit einer Phosphat-Pufferlösung, in die man den Finger so lange eintauchte, bis sich ein Equilibrium (Gleichgewicht) zwischen dem Po₂ des Blutes und der Lösung einstellte.

Da sich der Sauerstoffpartialdruck in der Lösung der des Blutes anpasste, war indirekt die Bestimmung des Po₂ möglich.

Sensor 300x149 Po₂

Schematischer Aufbau

1962 gelang es Clark Leland den Sauerstoffpartialdruck im Blut transkutan zu messen. Dieses neue, polarographische Verfahren besteht aus einer Gold-Kathode, die über eine Elektrolytlösung mit einer Silber–Anode bei einer Polarisationsspannung von ca. -0,8 V in Verbindung steht.

Diffundiert ein Sauerstoffmolekül durch die sauerstoffdurchlässige Membran zu den Elektroden, kommt es zu einer Reduktion der Sauerstoffatome. Der entstehende Reduktionsstrom (nA) ist proportional zur Anzahl der reduzierten Sauerstoffmoleküle und damit auch zum Sauerstoffpartialdruck.

Kathode: O2 + 2 e + 2 H2O → H2O2 + 2 OH und H2O2 + 2 e → 2 OH

Anode: 4 Ag → 4 Ag+ + 4e und 4 Ag+ + 4Cl → 4 AgCl

Anwendung in der Medizin:

Die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung ist ein nichtinvasives Verfahren zur indirekten Bestimmung des Sauerstoffpartialdrucks (Po₂) an der Hautoberfläche sowie zur indirekten Messung des systemischen, arteriellen Po₂ .

Die transcutane Messung erfasst am Ende der Sauerstoff-Transportkette des Organismus das Sauerstoffangebot an das Hautgewebe und ist abhängig von der arteriellen Oxygenierung und der Mikrozirkulation am Messort.

Um die O₂-Diffusion und die Kapillardurchblutung der Hautoberfläche zu erhöhen, werden diese Po₂ Sensoren zwischen 40-45°C konstant erwärmt.

Ursprünglich wurde die transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung zur nichtinvasiven Blutgasüberwachung in der Neonatologie entwickelt. In den letzten Jahren hat sich das Einsatzspektrum dieser Methode zunehmend auf kutane Parameter ausgeweitet, so z.B. bei Untersuchungen der peripheren, arteriellen Verschlusskrankheit und der chronischen Veneninsuffizienz. Weitere Einsatzgebiete sind die progressive, systemische Sklerodermie oder auch bei Diabetes mellitus. 

SMT (Sauerstoffmehrschritt-Therapie):

Die Sauerstoffmehrschritt-Therapie ist eine wissenschaftlich fundierte und wirksame Art der vorbeugenden Sauerstoffbehandlung. Im Gegensatz zur reinen Sauerstoffinhalation besteht dieses Verfahren aus 3 Behandlungsschritten.

1. Schritt: Vitalstoffpräparate sollen den Körper zur besseren Sauerstoffverwertung anregen.

2. Schritt: 90% reiner Sauerstoff wird 30-120 Minuten eingeatmet.

3. Schritt: Durch körperliche Belastung während, vor oder nach der Sauerstoffinhalation muss der erhöhte Sauerstoff aus dem Blut ins Gewebe gelangen.